Beim YF Weekend Away konnten alle Jugendlichen, die in Year 9 bis Year 13 sind, mitfahren. Dabei spielt man viele Spiele, aber es gibt auch ein paar Worship Einheiten. Wir haben uns um 17 Uhr am Center getroffen und sind mit dem Bus nach Bala gefahren. Bala ist eine kleine Stadt (knapp 2000 Einwohner) in Wales. Aber wenn man von einer Kleinstadt wie Heswall nach Bala kommt, meint man in Bala, es wäre ein Dorf. Für mich ging es also zum ersten Mal nach Wales. Es gibt praktisch nur eine Straße bei der ein paar Geschäfte sind und das wars dann auch wieder. Aber das ist ganz normal in Wales. Da steht mal ein Haus im Nirgendwo und dann kommen Wiesen und irgendwann noch ein Haus.
Noch ein paar Infos noch im Voraus: Meine Chefin hat mir und Lenja verboten, zusammen zu sitzen oder zu reden. Wir durften auch nicht mit Sabrina reden (als ich angekommen bin war die Meldung noch „ja und ihr werdet mit ihr bestimmt gute Freunde werden und euch gegen seitig brauchen“ und nun kam die Ansage „redet nicht mit einander“, aber wir konnten den Grund ja verstehen). Die einzige Ausnahme war unser Zimmer, das wir uns geteilt haben, aber ansonsten sollten wir uns das ganze Wochenende trennen, damit wir die Jugendlichen so gut wie es geht kennenlernen.
Freitag
Als alle da waren, sind wir mit dem Bus losgefahren. Da ich nicht neben Lenja oder Sabrina sitzen durften, saß ich neben einem Jugendlichen und habe mich mit ihm unterhalten, damit ich ihn besser kennenlernen. Nach der Ankunft mussten Lenja und ich die Kuchen in einen Raum bringen, damit wir übers Wochenende immer wieder den Jugendlichen Kuchen anbieten können. Als wir damit fertig waren, waren alle weg und wir mussten unsere Chefin suchen, damit wir unser Zimmer finden können. Nach dem Abendessen saßen alle in einem Aufenthaltsraum, in dem Tische mit Bänken, Sofas und eine kleine Küche waren. Außerdem gab es einen Fernseher und wir haben auf Disney+ König der Löwen (mit echten Tieren) angefangen. Wir konnten aber nicht so viel anschauen, weil wir dann Killer gespielt haben. Bei Killer werden bestimmte zu Killer und müssen andere töten. Das machen sie, indem man mit beiden Händen auf die Schulter tippt. Derjenige muss sich dann hinsetzen. Wenn jemand dann einen getöteten findet, ruft man Killer und alle versammeln sich wieder (wir haben auf dem Gelände gespielt und in den verschiedenen Aufenthaltsräumen, dadurch hat es immer etwas gedauert bis alle wieder da waren) und man stimmt ab und versucht die Killer herauszufinden. Ich wurde in dem Spiel als letztes getötet, aber ich hatte das Spiel nicht so wirklich verstanden am Anfang und deswegen nur so semi mitgespielt. Die Killer haben dann gewonnen. Danach ging es für die Jugendlichen ins Bett und Lenja und ich haben in der Küche abgespült. Außerdem kam noch Noah (unsere anderer TfG-friend) und hat noch etwas für sein Kostüm für morgen ausprobiert und so haben wir noch etwas mit ihm geredet. Als wir dann rüber in unser Haus, in dem die Mädchen untergebracht waren, gelaufen sind, war unsere Chefin etwas überrascht und war so „auch ihr seid ja auch noch da“. Kurz haben wir noch mit ihr und einer anderen geredet, bis wir von denen ins Bett geschickt wurden… die gehen irgendwie auf Freizeiten mega früh ins Bett. Ich wollte aber noch nicht schlafen, weil auf solchen Freizeiten bleibt man bei uns lange wach. Ich habe dann meine Süßigkeiten ausgepackt und mich mit Lenja noch eine Weile unterhalten, bis wir schlafen gegangen sind.
Samstag

Als ich am Morgen aufgewacht bin und Sabrina begrüßt habe, wollte ich erst Deutsch reden, wahrscheinlich weil ich mit Lenja ja die halbe Nacht deutsch geredet habe. Erst als Sabrina „good morning“ gesagt hat, hat mein Hirn angefangen zu realisieren, dass Sabrina „Guten Morgen“ nicht verstehen wird. Dann ging es zum Leader Meeting um 7:30!!! Was fällt denen ein eine Besprechung sooo früh anzusetzen… Am Vormittag haben wir „Hunt the leader“ gespielt. Dabei verkleiden sich die Leader mehr oder weniger auffällig und verstecken sich irgendwo in der Stadt und die Jugendlichen müssen uns suchen. Wenn sie einen Leader gefunden haben, müssen sie erst eine Aufgabe meistern und dann ein Selfie mit dem Leader machen. Ich bin einfach in meinen normalen Klamotten rumgelaufen, aber ohne Brille und mit meinen Haaren offen. Ich wurde dann von 3 von 6 Gruppen gefunden. Meine Aufgabe für die Jugendlichen war, dass sie eine Hymne mit mir als Königen dichten mussten. Das war sehr lustig. Die zweite Gruppe musste mich sogar verstecken, als eine andere Gruppe vorbeikam, aber leider haben die das bemerkt. Am Nachmittag habe ich dann beim Bake off geholfen. Es gibt hier eine Fernsehshow die „The great british bake off“ heißt und deshalb gab es auch bei unserem Wochenende ein Backwettbewerb. Meine Aufgabe war vor allem die Jugendlichen immer wieder zu fragen, was sie gerade machen und was ihr Plan ist. Bis alles gebacken, verziert, aufgeräumt und von uns Richtern probiert wurde – hat ganz schön lange gedauert. Dadurch war ich, nachdem alles aufgeräumt war auch ziemlich erledigt und wollte nur kurz 5 Minuten Pause haben. Kurz vor dem Abendessen haben ich noch mit meiner „2. Gastmutter“, die auch als Leaderin dabei war, geredet. Sie hat mit da gesagt, dass sie stolz auf mich ist und es schon alles gut mache. Ich war davon zwar etwas verwirrt, weil ich nicht genau wusste, was ich genau gut gemacht habe, aber ich habe mich natürlich trotzdem gefreut. Nach dem Abendessen mussten wir Leader dann die Wild-West-Party vorbereiten. Dafür haben wir Lichterketten aufgehängt und durften uns erst danach für die Party umziehen. Lenja und ich hatten das gleiche Hemd an und Lenja hat mir französische Zöpfe geflochten. Als wir zur Party gegangen sind, haben ein paar der Jugendlichen dann zu uns gesagt, dass wir wie gruselige Zwillinge aussehen. Wir haben dann alle zusammen ein Spiel gespielt und danach zwei verschiedene Barn-Dances getanzt. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es sehr anstrengend war.
Am Sonntagmorgen
musste ich Sabrina zum letzten Mal daran erinnern ihre Tabletten zu nehmen. Kurz vor dem Wochenende wurde sie etwas krank, weshalb sie für 3 Tage Tabletten nehmen musste und ich war immer ihre Erinnerung, weil sie es sonst immer vergessen hätte. Es war eigentlich ganz cool und witzig, dass sie es so gebraucht hat. Nach dem Worship haben wir dann verschiedene Spiele gespielt. Dafür wurden wir in Gruppen eingeteilt und sind dann immer zu verschiedenen Stationen gegangen und haben gegen ein anders Team gespielt. Mir haben die Spiele viel Spaß gemacht, ich konnte die Jugendlichen aus meinem Team besser kennenlernen und am Ende wurden wir sogar Zweite. Nach einem Gruppenbild ging es auch schon wieder nach Hause. Nachdem alle Jugendlichen abgeholt wurden, standen Lenja und ich mit unserer Chefin vor dem Center und sie hat uns gefragt, ob wir nach Hause laufen müssen, was wir ihr bestätigt haben. Aber sie hat dann extra für uns ihr Auto etwas aufgeräumt, sodass wir mit unserem Gepäck noch reingepasst haben und sie hat uns nach Hause gefahren. Als sie sich dann von mir verabschiedet haben, hat sie mich umarmt und mir gesagt, dass ich alles schon toll mache und einfach so weitermachen soll. Mir hat das Wochenende auf jeden Fall geholfen eine bessere Freundschaft mit den Jugendlichen aufzubauen.
Deshalb wolle ich auch gar nicht mehr weg, denn für Lenja und mich ging es für Montag bis Mittwoch weg…